
Es gilt das gesprochene Wort
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen
Stadtverordnete
sehr geehrte Damen und Herren der
Verwaltung und Zuhörer im Saal,
endlich
ist es soweit!
Der erste Haushaltsentwurf
nach dem „Neuen Kommunalen Finanzmanagement“, kurz NKF genannt, liegt vor.
Seit dem
01. Januar 2005 sind alle Städte und Gemeinden in NRW mit der Umsetzung der
rechtlichen Vorgaben beschäftigt. Auf der Zielgeraden, zum letztmöglichen Zeitpunkt
hat unsere Stadt nun das kameralistische Buchungssystem auf die doppische Buchführung umgestellt.
Ein Übergangshaushalt
Die
FDP-Fraktion sieht in dem vorgelegten Entwurf des Haushaltes 2009 einen „Übergangshaushalt“, weil die von
der Stadt Borken zu erstellende Eröffnungsbilanz vorläufig ist.
Obwohl der
Umstellungstermin seit Jahren bekannt ist, hat
der Verwaltungsvorstand der Stadt Borken es versäumt –unterlassen? – den
Mitgliedern des Stadtrates frühzeitig u.a. entsprechende Bewertungs- und Bilanzzahlen
(produktbereichsbezogene Zahlen) vorzulegen.
Herr
Bürgermeister, Transparenz stelle ich mir anders vor!
Die
Verabschiedung des Haushaltes 2009 erfolgte somit auch nicht mehr im Jahr 2008,
erstmalig steht in Borken die Verabschiedung eines Haushaltes im laufenden Haushaltsjahr an.
Neues Kommunales Finanzmanagement
„Nichts
bleibt so wie es ist“, prophezeite es Herr
Prof. Dr. Hufnagel anlässlich einer Beschulung der Ratsmitglieder.
Ganz so
schlimm wird es jedoch wohl nicht
werden.
Sicherlich
hat sich einiges geändert. Statt von Einnahmen und Ausgaben spricht man jetzt
von Ertrag und Aufwand und statt von Haushaltsstellen nun von Produkten.
Begriffe, die einem Ökonom geläufig, für die
öffentliche Verwaltung und uns Ratsmitgliedern durchaus noch
gewöhnungsbedürftig sind.
1
Was hat
sich denn nun wirklich geändert?
Die Stadt
Borken nimmt weiterhin Geld ein, wird auch weiterhin Geld ausgeben.
So
gesehen: „Gute alte Bekannte!“
Wirklich neu ist jedoch, dass nun beim Einbringen
eines Antrages auch der Ressourcen-Verbrauch betrachtet wird, also der Umgang
mit den Vermögenswerten der Stadt.
Die
Ausgaben sind nicht mehr als einmal anfallende Kosten zu betrachten, sondern
als Abschreibung / als Kosten über mehrere Jahre.
Dieser
Aspekt ist zu berücksichtigen, wenn es um die Verwendung der Gelder aus dem
Topf des Konjunkturprogramms II geht.
Für uns
Stadtverordnete ist es bedeutsam, dass wir umfassende Aussagen über den
vollständigen Ressourcenverbrauch erhalten, wir aber auch einen genauen Überblick
über die Vermögenswerte der Stadt bekommen.
Bei
der FDP-Fraktion werden die
ausgewiesenen Vermögenswerte nicht zu einer Ausgabeneuphorie führen, dafür
stehen wir.
Welchen tatsächlich nutzbaren Wert haben denn auch die
Vermögenswerte Straßen, Wege und öffentliche Plätze?
Das ist
kein Tafelsilber, welches man ggf. veräußern könnte.
Unter diesen
Gesichtspunkten sind deshalb die Angaben zur vorläufigen Bilanzsumme (410
Millionen) und Höhe des Eigenkapitals (254 Millionen) sowie des Gesamtergebnisplanes und insbesondere die
Angaben zur Höhe des Jahresergebnisses (aktuell korrigiert von 429.800 auf
189.700Euro) aufmerksam und verantwortungsbewusst zu analysieren.
Mit dem
Neuen Kommunalen Finanzmanagement
erhalten wir Kommunalpolitiker ein Steuerungsinstrument, welches uns
ermöglicht, zukünftig den Kurs der Verwaltung zu beeinflussen.
Das
Zauberwort hierzu heißt „Zielvereinbarungen“.
Zielvereinbarungen
erfordern zwingend eine Mitarbeit, nämlich die
Mitwirkung aller Beteiligten.
In dem
vorliegenden Haushaltsentwurf wurden die
Ziele lediglich von der Verwaltung vorgegeben und wir Kommunalpolitiker in die
Formulierungen der Ziele nur unwesentlich eingebunden.
Die
FDP-Fraktion hatte sich eine andere Form der Mitarbeit gewünscht.
„Beteiligung“,
Herr Bürgermeister, nenne ich diese Art
der von uns angestrebten Mitarbeit.
So ist es
auch nicht unnatürlich, dass die Ziele größtenteils zu pauschal gefasst sind.
2
Im
Produktbereich 02/Sicherheit und Ordnung wird beispielhaft ein Ziel vorgegeben:
Senkung
der Verkehrsunfälle
(- Produktgruppe 02.01- Seite 131)
Kinder-
Senioren, Schulweg- Radfahr-, Kfz-Unfälle, nur um einige zu nennen, welche Art
von Verkehrsunfällen ist denn nun gemeint?
Ein Zielvorschlag
könnte lauten: „Gewährleistung sicherer Verkehrsteilnahme für Kinder“
Ein
anderes Beispiel,
Produktbereich
04/ Museen, Sammlungen, Ausstellungen
Als Ziele sind
hier u.a. aufgeführt:
(Produktgruppe 04.03-Seite 223):
Wecken und
Fördern des Geschichtsinteresses bei den Einwohnerinnen und Einwohnern der
Stadt Borken und interessierten Personen.
Es gibt demnach
zwei Zielgruppen, die „Borkenerinnen/Borkener“ und daneben die „interessierten Personen!“
Solche
pauschalen, nicht eindeutig definierten Ziele helfen keinem weiter.
Was ist
somit zukünftig zu leisten?
Es ist
festzulegen, worauf sich Ziele inhaltlich beziehen und was angestrebt wird.
Zielvereinbarungen
müssen quantifiziert, realisierbar und
überprüfbar sein.
Positive
Zielvereinbarungen wären:
> Jede
Baumaßnahme wird von einem Verantwortlichen betreut und es wird mit Baubeginn
mit einer Kostenberechnung gearbeitet.
Der Fachbereichsleiter ist ¼-jährlich über den aktuellen Stand zu
informieren.
> Bei
mind. 90% aller Bauanträge im vereinfachten Genehmigungsverfahren sollen
innerhalb von 4 Wochen abschließend die Baugenehmigungen erteilt werden.
Diese
Zielvereinbarungen sind überprüfbar!
Sie geben
den Mitarbeitern der Verwaltung klare Vorgaben.
Es ist die
Chance aller Fraktionen im Rat der Stadt Borken mit Hilfe des
Steuerungsinstrumentes „Zielvereinbarungen“ Politik in Borken entscheidend mit
zu gestalten.
Herr
Bürgermeister,
Ziele
müssen realisierbar sein. Das ist grundsätzlich nicht neu und hätte auch in
der Vergangenheit Vorgabe sein müssen.
Die
Bewertung der aktuellen politischen Situation in Borken kann deshalb ohne einen
Rückblick in die Vergangenheit nicht erfolgen.
Im Jahre 2003
wurde die Verwaltung der Stadt Borken in einem wesentlichen Bereich
umstrukturiert und als zukunftsweisendes Projekt vom gesamten
Verwaltungsvorstand gelobt. (Das war
2003)
Der FB 65
(Bauverwaltung) erhielt die neue Ausrichtung, weg vom Bauen, hin zum
Gebäudemanagement. 3
Die damit
verbundene Philosophie, die Zielvorgaben
wurden jedoch nicht beachtet.
Bereits
nach kurzer Zeit, nach sehr kurzer Zeit wurde die Bauverwaltung / FB 65 wieder
mit Planungsaufgaben, dem Bau von Projekten beauftragt.
Die
Ergebnisse sind uns bekannt, aktuell das Finanzdesaster im Zusammenhang mit dem
Umbau der Josefskirche.
Das alles sind
auch Folgen der vom Verwaltungsvorstand zu verantwortenden Maßnahme, der Umstrukturierung
in der Bauverwaltung.
Mit der damaligen
neuen Zielausrichtung wurden aber auch im Arbeitsbereich „Gebäudemanagement“ keine gravierenden Erfolge erzielt.
Ich bin
mir sicher, dass, soweit es diesen Aufgabenbereich betrifft, noch einige Überraschungen
auf uns zukommen werden.
(Allein im Haushaltsjahr 2008 wurden für die
Unterhaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden gegenüber dem Vorjahr 972.600
Euro Mehrkosten bereitgestellt.)
Zurück zum Finanzdesaster 2008
Ein
Verantwortlicher für das Desaster wurde schnell gefunden, personelle
Konsequenzen folgten.
Natürlich
sind zunächst einmal die direkten Verantwortungsträger, die Fachbereichsleiter verantwortlich für ihre
Zuständigkeitsbereiche und somit auch für die nicht zu akzeptierenden Kostenexplosionen.
Meine
Damen und Herren,
Fehler
werden jedoch nicht bewusst, nicht vorsätzlich gemacht.
Es drängen
sich somit auch zwangsläufig die Fragen nach den Ursachen der Fehler und nach
Verantwortlichkeiten auf.
Herr Bürgermeister,
wir als
FDP distanzieren uns von voreiligen Schuldzuweisungen, insbesondere von
solchen, wie sie öffentlich von Ihnen ausgesprochen wurden. „Eindeutig ein
Versagen der Bauverwaltung“, so Herr Bürgermeister wurden sie in der Borkener
Zeitung zitiert. (BZ v.24.10.08)
Wir hatten
erwartet, dass sie sich vor ihre Mannschaft stellen würden.
Nach
unserer festen Überzeugung hat auch das Management versagt.
Wir haben
in der Vergangenheit häufig und deutlich auf Fehlentwicklungen hingewiesen und
ein entsprechendes Maßnahmenkonzept eingefordert.
Herr
Bürgermeister,
meine
Damen und Herren,
wir als
FDP-Fraktion kommen bei der Bewertung der Gesamtsituation zu dem Ergebnis, dass
auch unzureichende Dienst- und
Fachaufsicht der Verantwortlichen im Verwaltungsvorstand Ursachen für die
verschiedenen Missstände sind.
4
Natürlich
müssen Bürgermeister und Beigeordnete nicht jeden Vorgang selber überprüfen, es
sind jedoch Mechanismen einzubauen, die rechtzeitig Unregelmäßigkeiten erkennen
lassen.
Wir als
Parlament haben unsere Verwaltung zu
kontrollieren, dazu sind wir verpflichtet.
Wir als
Parlament sind das unseren Bürgerinnen und Bürgern gegenüber schuldig, die
FDP-Fraktion nimmt diese Verpflichtung sehr ernst.
Insofern
rügen wir deutlich, dass der seinerzeit verantwortliche Verwaltungsvorstand offensichtlich
seine Aufgaben vernachlässigt hat.
Wir
distanzieren uns von Schuldzuweisungen an den „Kleinen Mann“ und von
„Baueropfern“.
Wir
erwarten eine Übernahme der Verantwortung auch von Mitgliedern des Verwaltungsvorstandes.
Liebe
Kolleginnen und Kollegen,
unser
Blick geht in die Zukunft.
Was können
wir aus den Fehlern lernen?
Die
FDP-Fraktion erwartet von der Verwaltung Vorschläge für eine umfassende sowie
praxisorientierte Umstrukturierung/ Neuorganisation bestimmter Fachbereiche
sowie des Vorstandsbereiches.
Die
FDP-Fraktion erwartet Vorschläge für die Einrichtung eines Controllingsystems, welches „aus dem Ruder laufende Vorgänge“
(Zielabweichungen) aktuell erkennt.
Die
FDP-Fraktion erwartet Vorschläge für ein Konzept, welches klar und
unmissverständlich Aufgaben- und Verantwortungsbereiche festlegt.
Zurück zum Haushaltsentwurf 2009:
Unsere
Bürgerinnen und Bürger werden durch die schwarz-rote Bundesregierung bereits
genug gebeutelt. Diesem Trend darf die
Stadt Borken nicht folgen.
Stellenplanentwurf 2009
Der
Stellenplanentwurf 2009 weist gegenüber dem Jahr 2007 einen Zuwachs von
19, 18 Beschäftigten
auf, das allein sagt jedoch nicht viel.
Die
Personalkosten stiegen in diesem Zeitraum von 14.255.30 Euro auf 16.241.30 Euro,
somit um 2 Millionen Euro.
Während
die Kommunen in Nordrhein-Westfalen im Schnitt
19,9 % des Haushaltes fürs Personal ausgeben, Borken lag im Jahr 2005
bei 20,9 %, beträgt der Anteil am Haushalt in Borken heute ca. 25%.
Die
FDP-Fraktion sagt dazu deutlich, der Trend der wundersamen Personalvermehrung
muss gestoppt werden.
Personalvermehrung
darf nur dort erfolgen, wo akuter Handlungsbedarf besteht.
5
Kreditaufnahme, Schuldentilgung
Die
Steuerquellen sprudeln weiterhin. So weist die Entwicklung der Finanzkraft der
Stadt Borken Steuerträge in Höhe von 46,18 Mio. Euro auf, die größte
Einnahmesumme seit 2002.
Angesichts der
weltweiten Bankenkrise und den damit verbundenen Folgen muss die erwartete gute
Einnahmesituation jedoch verantwortungsvoll betrachtet werden.
Diese
Einnahmen müssen, und da gibt es keine Alternativen, zukunftsorientiert und nachhaltig und nicht in
„Strohfeuer“ investiert werden.
Ein
Landwirt käme auch nie auf die Idee, das geerntetes Heu, seine Winterreserve, im Sommer an seine Tiere zu verfüttern.
Wir
fordern deutlich, den Weg der Schuldentilgung zu gehen und auch lediglich das
Geld auszugeben, was wir auch konkret einnehmen.
Nur so ermöglichen
wir unseren Nachfolgern im Rat Gestaltungsmöglichkeiten und sichern die Zukunft
unserer Kinder.
Kultureinrichtung und Angebote
Zu den
städtischen Kultureinrichtungen ist zu sagen, dass wir nach Überarbeitung des
Haushaltsplanes besonders auf ein funktionierendes Betriebskonzept für das
Museum achten müssen.
Ein Museum
kann eine Attraktion einer Stadt, auch unserer Stadt, sein.
Wir meinen
jedoch, dass es wichtig ist zu wissen, wofür wir das Geld unserer Bürgerinnen
und Bürger verwenden.
Es drängen
sich somit u.a. die Fragen auf:
Welche
Zielgruppen werden besonders angesprochen?
Was
erwarten unsere Einwohnerinnen /Einwohner von ihrem Museum und werden diese
Vorstellungen durch die Museumsangebote abgedeckt?
Also:
Ist die
Zielausrichtung des Stadtmuseums bedarfs- und bürgerorientiert?
Wir
erwarten hierzu klare und deutliche Antworten.
Als FDP
fordern wir:
Wichtige Zielgruppen
kultureller Angebote müssen unsere Kinder und Jugendlichen sein.
Für viele
Kinder und Jugendliche bieten kulturelle Angebote die Möglichkeit, ihre
Freizeiten sinnvoll zu gestalten. Das wäre
auch ein Beitrag zur Prävention.
Die FDP-Fraktion
steht für Kultur und sagt deshalb deutlich:
„Wir
wollen ein städtisches Museum in Borken!“
Wir sagen
jedoch auch, es handelt sich dabei um eine freiwillige Leistung.
Das Kosten- und Nutzenverhältnis
muss stimmen!
Und dieses Verhältnis gerät in
Borken zusehends aus dem Ruder!!! 6
Die weiteren
Ausgaben für Kultureinrichtungen und Angebote halten wir insgesamt für
vertretbar.
Für die
FDP Borken ist „Kultur“ ein Bürgerrecht!
„Eine
Stadt ohne ein gutes Kulturangebot ist eine arme Stadt.“
Innenstadtkonzept
Die
Verwaltung erteilt immer wieder neue
Aufträge zur Erstellung von entsprechenden Konzepten.
Konzepte
allein führen aber nun einmal nicht zu Veränderungen.
Die Folgen
dieser praktizierten Untätigkeiten sind Leerstände und Geschäftsaufgaben im
Innenstadtbereich.
Herr
Bürgermeister, richten Sie Ihren Tatendrang nicht so deutlich auf die weitere Entwicklung des Städt. Museums,
sondern stärker auf eine positive Entwicklung unserer Stadt!
Innenstädte
und Ortszentren bilden das Rückgrad nachhaltiger Stadtentwicklung und bieten
Menschen Chancen für Beschäftigung, Lebens-, Wohn- und Umweltqualität.
Herr
Bürgermeister, werden Sie aktiv!
Verschiedene
Anträge und Konzepte der FDP-Fraktion zum Thema Innenstadtkonzept liegen seit
Jahren der Verwaltung vor.
Unser
Marktplatz hat im Zusammenhang mit der Umsetzung eines Innenstadtkonzeptes natürlich
einen besonderen Stellenwert.
Auch zu
diesem Thema hat die FDP-Fraktion ein entsprechendes Konzept vorgelegt und
deutlich Stellung bezogen.
Es war
auch die FDP, die einen „Runden Tisch“ i.S. Marktplatzgestaltung anregte.
Das
Ergebnis dieses Arbeitskreises deckt sich mit dem Vorschlag der FDP,
der
bereits seit Monaten schriftlich der Verwaltung und den Fraktionen vorliegt.
(Einrichtung einer Kurzzeitparkzone in Höhe der
Geschäfte „Bonita“ und „Arendt“)
Liebe
Kolleginnen und Kollegen,
eine
Umwidmung des Marktplatzes zu einem weiteren Parkplatz wird es mit uns nicht
geben.
Wir
benötigen keinen „Marktparkplatz“, wir benötigen einen Marktplatz mit
Aufenthaltsqualität!
Unser
Ziel: Wohlfühlen in der Innenstadt!
Investitionen
Es ist
nicht nur sinnvoll, es ist
zwingend notwendig, in Schulen zu investieren, um die Bildung unserer
Schulkinder zu gewährleisten.
Es ist
sinnvoll, in das gemeindliche Straßen- und Wegenetz zu investieren, um die
Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.
7
Es ist
sinnvoll in Gewerbegebiete zu investieren, um so zur Schaffung von
Arbeitsplätzen beizutragen und es ist vernünftig, rechtzeitig Gelder in
Energiesparmaßnahmen zu stecken.
Die
FDP-Fraktion wird sich dafür einsetzen, die Geldmittel des Konjunkturpaketes II
für vorgezogene und notwendige Renovierungsmaßnahmen zu verwenden und nicht in
nachhaltig abzuschreibende Prestigeobjekt.
Wir begrüßen
die Einrichtungen offener Ganztagsschulen und unterstützen die Investitionen in
den Bau der Mensen.
Wir
begrüßen die Beseitigung aufgelaufener Renovierungsmaßnahmen in Schulen und
Kindergärten.
Die FDP erwartet aber auch in diesem Zusammenhang die Erstellung
einer Prioritätenliste, d.h. Renovierung
nach objektiv festgestelltem Bedarf.
Es gilt,
eine ideologisch geprägte Mittelvergabe wird es mit uns nicht geben.
Wir
begrüßen die Aktivitäten in Sachen Gewerbegebiete. Die FDP-Fraktion bekennt
sich ohne Abstriche zum
„Interkommunalen Gewerbegebiet“.
Es waren
auch CDU und FDP, die auf Landesebene für das „Interkommunale Gewerbegebiet“
stimmten, die SPD stimmte übrigens dagegen.
Die
FDP-Fraktion setzt sich deshalb deutlich für die Realisierung eines
Gewerbegebietes auf der Fläche des ehemaligen Kasernegeländes ein.
Wir sind
jedoch dagegen, Teile dieser Fläche einer der Umwelt belastenden Nutzung
zuzuführen.
Meine
Damen und Herren,
im
Energiesparbereich sehen wir noch erhebliches Investitions- und
Einsparpotential.
Angefangen
mit größeren, öffentlichen Gebäude sollen
Energie-Bilanz-Analysen erstellt werden.
Es gilt,
Möglichkeiten aufzulisten und konzeptionell umzusetzen, die geeignet sind,
Energie und damit Kosten zu sparen.
Rein
ideologisch geprägte Vorhaben sind jedoch mit uns nicht zu machen, Kosten und
Nutzen müssen in einem vertretbaren
Verhältnis zueinander stehen.
Jugend und Familie
Gezielt in
den Focus unserer Betrachtung gehören auch weiterhin unsere Kleinkinder, Kinder
und Jugendliche.
Wir
unterstützen Forderungen mit dem Ziel, die Kindergartenbeiträge der Beitragszahlerinnen und -zahler zu
reduzieren.
8
Liebe
Kolleginnen und Kollegen,
ungern
erinnere ich in diesem Zusammenhang an den Antrag der FDP-Fraktion mit dem
Thema “Förderkonzepte und Hilfen zum Schutz von Kinder“.
In der
Haushaltsdebatte 2007 wurde dieser Antrag leider in unsachlicher Art zerredet.
Ich sage
deutlich, persönliche Eitelkeiten haben hier keinen Platz!
Andere
Städte und Gemeinden setzen solche Konzeptionen bereits erfolgreich um.
Hier
stellten mal die CDU, mal die SPD, Die Grünen oder auch die UWG entsprechende
Anträge.
Erfreulicherweise gibt es nach einem Jahr in dieser Sache nun auch in
Borken konkrete Arbeitsergebnisse.
Herr
Bürgermeister,
liebe
Kolleginnen und Kollegen,
es gilt im Jahre 2009 neue Chancen
zu nutzen!
Mit der –das
Ergebnis ist noch offen- Verabschiedung
des Haushaltes 2009 betreten wir Neuland, das NKF ermöglicht mit seinen
aussagekräftigen Kennzahlen einen Einblick in
Erträge und Aufwendungen.
Diese
bieten Entscheidungshilfen bei der Einschätzung, ob die Ausgaben sinnvoll und
notwendig sind. Es wird deutlich der Zwang zur Wirtschaftlichkeit dargestellt.
Wir müssen
dabei die Generationsgerechtigkeit beachten!
Wir dürfen
nicht Schuldenberge schaffen und somit die Chancen unserer Kinder zu Nichte
machen!
Das
Wahljahr 2009 bietet Chancen!
Die mit
den Wahlergebnissen verbundenen Auswirkungen werden womöglich zu anderen Mehrheitsverhältnissen
innerhalb des Rates führen.
Sicher
ist, nach der Kommunalwahl wird es im Rat der Stadt Borken personelle
Veränderungen geben.
Auch
deshalb sollten die Aufräumarbeiten nach dem „Borkener Beben“ mit Beginn des Jahres 2009 endlich abgeschlossen
sein.
Unsere Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch auf sachorientierte
politische Arbeit.
An dieser
Stelle muss ich mich wiederholen:
Persönliche Eitelkeiten haben hier
keinen Platz!!
Die FDP
wird sich nicht an Diffamierungen, die nach unserem Selbstverständnis auch in
der heißen Wahlkampfphase nichts verloren haben, beteiligen. Plumpe Parolen und
Führungsfiguren der Wettbewerbsparteien persönlich abqualifizieren, das ist
nicht der Stil der FDP.
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Mit der
Wahl des 1. Beigeordneten haben alle im Rat der Stadt Borkener vertretenen
Parteien Personen- und bürgerorientierte Handlungsfähigkeit gezeigt.
Das lässt
hoffen!!
Sehr
geehrter Herr Bürgermeister,
meine
Damen und Herren,
abschließend
möchte ich insbesondere unserer Kämmerei, Herrn Feldkamp mit seinen Kolleginnen
und Kollegen sowie allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben, diesen
NKF-Haushalt zu erstellen, DANKE sagen.
Weit über
das übliche Maß haben sie diskutiert, Daten gesammelt, ausgewertet und erfasst,
das Ergebnis liegt vor uns, der Haushaltsentwurf 2009.
Herr
Fillbrunn, sie haben einen bereits fertigen Haushaltsentwurf zur Kenntnis
nehmen müssen.
Ich gehe
davon aus, dass bei Erstellung des Haushaltes 2010 auch Ihre Handschrift
erkennbar sein wird.
Mit diesen
Mietarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kämmerei wird ihnen die
Aufgabenerledigung sicherlich Freude machen.
Mein Dank
gebührt natürlich auch allen anderen Bediensteten der Stadt Borken, sie haben an unterschiedlichen Stellen dazu
beigetragen, dass wir in Borken gut leben können.
Und das
soll auch so bleiben!
Wir alle
betreten mit diesem Haushalt Neuland,
und wir
stimmen diesem Neuland und damit dem Haushalt 2009 zu.
gez.
Günther Dirks
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