Borken (pet/pd).
Der münsterländische Mensch kommt bekanntlich mit einem Fahrrad
auf die Welt. Sobald er groß genug ist, fährt er auf gewöhnlich
gut ausgebauten Radwegen durch die Heimat und zeigt seinen Auto fahrenden
Mitmenschen, wie bequem und umweltfreundlich die Fietse ist.
Verkehrspolitisches Ziel der Liberalen sei, den Radverkehr systematisch zu
fördern, heißt es in einem Schreiben des Fraktionsvorsitzenden
Günther Dirks an Bürgermeister Rolf Lührmann. Dirks schwebt vor,
dass Borken eines Tages das Prädikat "vorbildlich" verliehen
bekommen könnte.
Dirks greift damit
ein zentrales Anliegen der Arbeitsgemeinschaft "Fahrradfreundliche
Städte und Gemeinden in NRW" (AGFS) auf, zukunftsfähige, belebte
und wohnliche Städte zu gestalten. Es gelte, die durch den motorisierten
Verkehr bedingten Umweltbelastungen zu reduzieren, die Innenstädte und
Stadtteilzentren vom privaten Autoverkehr sinnvoll zu entlasten und damit die
Lebensqualität zu verbessern,wirtschaftliche Impulse für touristische
Regionen durch die Förderung des freizeitorientierten Radverkehrs zu
geben, die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer weiter zu
erhöhen. In Regionen mit langer Fahrradtradition und konsequenter
Förderung wie etwa in Borken oder in Münster erreicht der Radverkehr
bereits jetzt Anteile von mehr als 30 Prozent. Dirks: "Wir regen aus
diesen Gründen an, die Sicherung und Attraktivität des Fahrradverkehrs
in Borken auch in Zukunft unter anderem mit dem Ziel fortzuführen, als
Mitglied in die Arbeitsgemeinschaft aufgenommen zu werden.
In seinem
Schreiben an Lührmann listet Dirks einige Maßnahmen und Anregungen
auf, ohne jedoch ins Detail zu gehen:
Eine
"Borkener Besonderheit" seien die vielen innerstädtischen Wege
für Fußgänger und Radfahrer, die attraktive und sichere
Verbindungen zwischen den Ortsteilen darstellen. "Entsprechend ihrer
Bedeutung sollten diese Wege zu Velorouten aufgewertet werden", schlägt
Dirks vor.
An bestimmten Kreuzungspunkten
mit untergeordneten Kfz-Erschließungsstraßen sollten Radfahrer und
Fußgänger Vorrang gegenüber dem Kraftverkehr erhalten.
Dort, wo Sammel-
und Hauptverkehrsstraßen gequert werden müssen, sollten sichere und
komfortable Möglichkeiten geschaffen werden, um die Querungsstellen
zügig passieren zu können.
Insbesondere auf
inzwischen stillgelegten Bahn- und Güterstrecken sollten neue,
ortsteilüber-greifende Rad- und Fußwegeverbindungen realisiert
werden.
Nach wie vor
stellen stark befahrene Hauptverkehrsstraßen Barrieren für
Radlerinnen und Radler, aber auch für Fußgängerinnen und
Fußgänger dar. Mit dem Bau von Mittelinseln sollte das Passieren der
Straßen erleichtert und umwegige Führungen verhindert werden.
Vorhandene
Barrieren (Beginn und Ende der Radwege) sind so zu gestalten, dass diese auch
von Radlerinnen und Radlern mit mitgeführten Kindertransportanhängern
passiert werden können.
Die FDP-Fraktion
im Rat der Stadt Borken beantragt die Überprüfung des Konzeptes sowie
die Möglichkeit einer Mitgliedschaft der Stadt Borken in der AGFS und regt
eine parteiübergreifende Initiative unter Beteiligung verschiedener
Verbände und Vereine an.
Mittwoch, 11. Juli
2007 | Quelle: Borkener Zeitung (Borken)