Beschilderung an der B70

Gemen/Borken (pet). Autofahrer, kommst du nach Borken... dann findest du dich gut zurecht. Das jedenfalls meint die Stadtverwaltung. In einer Antwort auf die Vorschlagsliste der FDP zur Verkehrslenkung (die BZ berichtete) hält die Verwaltung die Beschilderung und die Hinweise auf Parkmöglichkeiten im Großen und Ganzen nicht für verbesserungswürdig.

Wenig praktikabel sei der Vorschlag der Liberalen, den von Norden kommenden Lkw-Verkehr Richtung Borken-Ost über die B 70 und B 67n ganz um die Stadt herum zu lenken, um den Gemener Ortskern zu entlasten. "Das bedeutet einen Umweg von rund acht Kilometern", hat Fachabteilungsleiter Richard Robers nachgerechnet.

FDP-Mann Josef Kipp startete darauf in der jüngsten Planungsausschusssitzung einen Kompromissvorschlag. Warum nicht am Kreisel Löwencentrum einen Extra-Hinweis auf das Gewerbegebiet platzieren? Da allerdings schlugen seine Ausschusskollegen fraktionsübergreifend die Hände über dem Kopf zusammen. Das verschärfe die Situation auf dem Nordring und der Ahauser Straße nur noch, so Peter Flinks (CDU). "Das ist eine Krampflösung", stellte Verwaltungsvorstand Rüdiger Middel klar.

Wenig Gegenliebe fand auch die FDP-Idee, die Ahauser Straße an der B-70-Einmündung zurückzubauen, um Durchgangsverkehr zu vermeiden. "Das wird aus unserer Sicht nicht dazu beitragen, den Widerstand zu erhöhen, diese Straße zu benutzen", erklärte Robers.

Die jetzige Systematik bei den Hinweisen auf Parkplätze reiche vollkommen aus und sei in sich stimmig, so die Verwaltung weiter. "Elektronische Anzeigen auf freie Parkplätze finden sich üblicherweise nicht in Städten unserer Größe", heißt es in der Sitzungsvorlage. Im übrigen sei ein solcher Aufwand gar nicht erforderlich, weil "zu fast allen Tageszeiten" freie Parkplätze zu finden seien - besondere Ereignisse wie zum Beispiel die Krammärkte ausgenommen.

Auch dürfe man die Wirkung von Hinweisschildern auf die Verkehrsteilnehmer nicht überbewerten. Die Wegweisung wende sich ausschließlich an die Ortsfremden. "Die Ortskundigen kennen sich aus und achten nicht auf Schilder", heißt es in der Sitzungsvorlage wörtlich. Und bei den Ortsunkundigen verlören die Hinweistafeln entlang der Straßen immer mehr an Bedeutung - und zwar "in dem Maße, wie Navigationssysteme sich in den Kraftfahrzeugen durchsetzen werden".

Übereinstimmung herrschte im Ausschuss darin, dass auf dem Nordring und der Ahauser Straße endlich eine "grüne Welle" her müsste, um den Verkehr flüssiger zu machen. "Wir bemühen uns seit zehn Jahren", entgegnete Richard Robers. An der Stadt hänge es nicht. Zuständig sei der Landesbetrieb Straßenbau. "Ich hoffe, dass wir dieses Jahr endlich weiterkommen."

Mittwoch, 29. März 2006  |  Quelle: Borkener Zeitung (Borken)