Borken . Meistens sind sie
dunkel, etwas unheimlich, leicht - malt sich die Phantasie aus - kann hier
etwas passieren. Angst-Räume nennen Stadtplaner und Polizisten solche Gebiete,
in denen manche Bürger sich unwohl, andere gar unsicher fühlen. In Borken hat
die Polizei schon vor einiger Zeit in einer Umfrage wissen wollen, wo die
Angst-Räume sind. Bahnhof, Stadtpark, Parkhaus, Kneipenviertel in der
Innenstadt, Unterführungen liegen vorn. Es ist ein subjektives Gefühl der Unsicherheit,
unterstreicht Klaus-Dietrich Dörschlag, Leiter der Polizeiwache in Borken. Im
Vergleich zu anderen Städten sei die Kreisstadt sicher.
Dennoch: Die persönlichen
Ängste gelte es ernst zu nehmen. Mit einem Bezirksbeamten, der sich auf dem
Marktplatz blicken lässt, der mit den Bürgern ins Gespräch kommen soll. Andere
Städte setzen inzwischen auf eigene Ordnungsdienste, Stadtwacht, in Großstädten
gibt es "Schwarze Sheriffs".
In der Kreisstadt hatte die
FDP kürzlich eine Stadtwacht beantragt, war damit gescheitert.
"Jeder Bürger ist selbst aufgerufen, die Polizei zu informieren",
sagt Dörschlag. Auch wenn die Beamten Veränderungen nicht selbst regeln
könnten, würden sie Wünsche, Anregen oder Bedenken aber an die entsprechenden
Stellen weiterleiten, ans Ordnungs- oder Grünflächenamt etwa.
Beispiel: Eine Jugendgruppe
fällt auf, trinkt, johlt an einer Bushaltestelle. Ein Passant wechselt
vorsichtshalber die Straßenseite. Schnell weg. Wichtig sei es diese
Jugendlichen nicht zu isolieren, in eine Ecke zu stellen, sondern das Gespräche
zu suchen, so die Erfahrung der Polizei. Trinkgelage, Vandalismus - "wir
müssen den Anfängen wehren", sagt die Polizei aber auch.
Gesprächsbereitschaft, aber auch klare Konsequenz.
Für Frauen, weiß Anna
Grütering-Woeste, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, sind obszöne
Schmierereien oft ein Thema. Im Parkhaus habe sich das inzwischen gebessert.
Besonders gelungen findet die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung das von
Schülern gestaltete Mosaik in der Unterführung zum Stadtteil Hovesath.
Bürgerinnen bemängeln bei ihr, dass die Volkshochschule abends nicht
ausreichend beleuchtet sei. Dies gelte ähnlich auch für das Remigianum und die
Musikschule.
Für eine sinnvolle
Einrichtung, um Frauen Sicherheit zu geben, hält die Gleichstellungsbeauftragte
das Anruf-Sammel-Taxi. Frauen verfügten oft nicht über ein Auto, seien auch
nach einer Nachtschicht auf den Öffentlichen Nahverkehr oder eben auf das
Fahrrad angewiesen.
Die Frauenparkplätze im
Parkhaus würden respektiert, so ihre Beobachtung. Werden Frauen angegriffen,
dann "steigen übrigens die Anmeldezahlen für
Selbstverteidigungskurse".
Mittwoch, 31. Mai 2006
| Quelle: Borkener Zeitung (Borken)