Borkener Zeitung 17.01.2006

 

 

 

Welches Ziel soll erreicht werden”

Um in Borken einen freien Parkplatz zu finden, muss man nicht einen Vormittag lang suchen. Engpässe und Staus gibt es, aber die sind in der Regel nicht so eng und so lang wie in anderen Städten, oder" Nach dem Motto "Nichts ist so gut, als dass man es nicht noch verbessern kann" fordern die Borkener Ratsfraktionen in schöner Regelmäßigkeit, im städtischen Haushalt Geld vorzusehen für ein "effektives Verkehrsleitsystem" oder "flankierende Maßnahmen" " so auch bei den jüngsten Etatberatungen.

"Ein wenig wolkig" findet Stadtkämmerer Rüdiger Middel solche Wünsche aus den Reihen der Kommunalpolitiker. Also bat Middel die Fraktionen, doch mal konkreter zu werden. "Was und womit soll flankiert werden" Welches Problem soll gelöst, welches Ziel erreicht werden"", fragte er kurz vor Weihnachten. Die FDP hat sich jetzt an diese "Hausaufgabe" gemacht und eine Ideen-Liste vorgelegt, die, so Fraktionschef Günther Dirks, keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern einen Diskussionsanstoß geben soll.

Parkleitsystem: Elektronische Anzeigetafeln mit den aktuell verfügbaren freien Plätzen seien für eine Stadt von der Größe Borkens nicht notwendig. Hilfreich sei aber eine übersichtlich ausgeschilderte Parkroute als "Serviceleistung insbesondere für auswärtige Besucherinnen und Besucher", so die Liberalen. Im übrigen verfüge die Stadt Borken über eine Vielzahl ebenerdiger Parkeinrichtungen und hebe sich damit positiv von anderen Städten ab.

Verkehrsführung: Hier schlägt die FDP rund 20 Einzelmaßnahmen vor, womit insbesondere der Verkehr für Fußgänger und Radfahrer sicherer und der Zielverkehr zur Innenstadt und Durchgangsverkehr besser getrennt werden sollen. Im Einzelnen solle der Schwerlastverkehr mittels entsprechender Beschilderung über die B70, B67n, Landwehr und Coesfelder Straße geführt werden. Die Ahauser Straße in Gemen wollen die Liberalen ab B70 als so genannte Pförtneranlage zurückgebaut haben. An der Kreuzung Ahauser Straße/Coesfelder Straße helfe möglicherweise ein Linksabbiegerpfeil für Fahrer Richtung Ramsdorf, die Situation zu entzerren. Dies und ein zusätzlicher Fußgängerüberweg vor der evangelischen Kirche gehörte schon bei den Haushaltsberatungen zu den Anträgen der FDP, wurde aber knapp abgelehnt. Weitere Kreisverkehre seien an der Coesfelder Straße/Landwehr sowie Landwehr/Ramsdorfer Postweg denkbar.

 

Eine zusätzliche Anschlussstelle zur B67 können sich die Liberalen an der Raesfelder Straße, oder auch an der Marbecker Straße vorstellen.

 

Dirks backt vorsichtshalber kleine Brötchen. Das alles könne nicht von heute auf morgen geschehen, sondern könne zeitlich gestreckt werden, so Dirks. "Wegen der fehlenden politischen Mehrheit" würden die FDP-Vorschläge ohnehin wohl nicht gänzlich akzeptiert werden. Der Liberale regt die Einrichtung einer interfraktionellen Arbeitsgruppe an. "Darüber hinaus halten wir es für sinnvoll, eine entsprechende Hochschule im Rahmen möglicher Projektarbeiten von Studenten zu bitten, entsprechende Konzepte zu erarbeiten."